18.04.2021

Diversity Diary: Die Zukunft gestalten

21. April: Ridvanfest  der Bahai

            

Vergleichsweise jung ist die Religion der Bahai, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Persien entstanden ist. Rund 6 Millionen Anhänger*innen feiern dieses Ereignis alljährlich mit dem Ridvan-Fest.

Baha´ullah, Schöpfer der Bahai-Religion, kam 1817 als Sohn eines persischen Beamten zur Welt. Bereits in seiner Jugend zeigte er religiöses und soziales Interesse und bekannte sich als Erwachsener zur neu entstehenden religiösen Strömung des Babismus. Dessen Anhänger*innen wurden von der persischen Regierung verfolgt. Als das religiöse Oberhaupt, der Bab, 1850 hingerichtet wurde, musste Baha´ullah nach Bagdad fliehen. Dort, im Garten Ridvan (zu deutsch „Paradies“) verkündete er, dass er sich als der Auserwählte Gottes betrachtet. 

Für die Bahai besteht die Einheit der Menschen in der Vielfalt. Sie glauben an einen transzendenten Gott, der alle Religionen eint. Verbunden damit ist eine praktische Ethik, deren wichtigstes Element die Nächstenliebe ist und die auf eine humanitäre gesellschaftliche Entwicklung gerichtet ist. Ziel der Bahai ist, hierüber die Einheit mit Gott zu erlangen.

Auch heute noch sind die Bahai im Iran Marginalisierungen und Repressalien ausgesetzt. In Deutschland war der Bahai-Glaube unter den Nazis verboten. Frankfurt war die erste Stadt, in der sich nach dem Ende der Nazi-Diktatur wieder eine Bahai-Gemeinde entwickelt hat. Heute zählt sie zu den größten Gemeinden Europas; in Hofheim befindet sich das Bahai-Haus der Andacht für Europa.

Das Ridvan-Fest, das bis zum 02. Mai dauert, ist das höchste Fest der Bahai-Religion. Als besonders heilig gelten dabei der erste Feiertag (Verkündigung des Baha´ullah), der neunte (an dem der Baha ´ullah von seiner Familie im Garten besucht worden sein soll) und der zwölfte Tag (Tag des Abschieds aus dem Garten und Weiterreise nach Konstantinopel). An diesen Tagen arbeiten die Bahai nicht, sondern treffen sich zu Andachten und feiern gemeinsam. In einigen Ländern, wie in Indien, haben die Kinder schulfrei. Zu Ridvan werden die „geistigen Räte“, die bei den Bahai den Klerus ersetzen, aus dem Kreis der Gläubigen für ein Jahr gewählt. Besondere Riten sind darüber hinaus mit dem Ridvan-Fest nicht verbunden, jedoch schmücken die Bahai vielerorts ihre Räumlichkeiten mit Rosen, da Baha´ullah seinen Anhänger*innen zum Abschied eine Rose geschenkt haben soll. 

 

23. April: Türkisches Kinderfest

Dass die Zukunft in den Händen der Kinder liegt, war für den Gründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, ein wichtiger Grundsatz. Den Tag der Gründung des türkischen Parlamentes, den 23. April, widmete er daher zugleich allen Kindern der Welt.

In der Türkei dürfen Kinder an diesem Tag in die Rolle der Erwachsenen schlüpfen, für einen Tag verschiedene Berufe ausprobieren und auch an Parlamentssitzungen teilnehmen. Viele Städte bieten die ganze Woche über Aktivitäten und Feierlichkeiten an, Radio- und Fernsehsender stimmen ihr Programm auf das jüngste Publikum ab. Ziel des Festes ist die Förderung der Kinderrechte, aber auch der Brüderlichkeit, Liebe und Freundschaft zwischen den Kindern. 

In Frankfurt richtete der Verein Kultur und Bildung (KUBI) am 23. April ein Internationales Kinderfest aus – aufgrund der Corona-Pandemie fand das Fest jedoch zuletzt 2019 statt. 



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