10.01.2021

Diversity Diary: Auf ein Neues

13. Januar: St.-Knuts-Tag

 

Während bei uns die Weihnachtszeit traditionell am Dreikönigstag endet, dauert sie in Skandinavien eine Woche länger. Erst am 13. Januar, dem St.-Knuts-Tag werden in Schweden, Norwegen und Finnland traditionell die Weihnachtsbäume abgeschmückt und entsorgt. Aus den Fenstern fliegende Weihnachtsbäume entspringen dabei eher der Phantasie der Werbeleute für das bekannte schwedische Möbelhaus – eine beliebte Tradition ist jedoch das „Julgransplundring“, das „Plündern“ der Weihnachtsbäume, die oft mit Süßigkeiten geschmückt werden. Benannt ist der Tag nach dem dänischen König Knut IV. (1040-1086). Die Gründe dafür sind umstritten: Einige Quellen gehen davon aus, dass der 13. Januar der Todestag des Königs ist. Einer anderen Legende zufolge soll Knut die Verlängerung der Weihnachtszeit von 13 auf 20 Tage beschlossen haben.

 

13./14. Januar: Malanka

 

Der Julianische Kalender geht dem gregorianischen um 13 Tage nach. In Russland, der Ukraine und Belarus begrüßen die Menschen das neue Jahr daher erst in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar. Das Fest „Malanka“ erinnert teilweise eher an Karneval als an das bei uns gewohnte Neujahrsfest. Vor allem in den Dörfern verkleiden sich die  Leute, spielen sich gegenseitig Streiche, führen kleine Possen auf, musizieren, tanzen, essen und singen besondere Lieder, die sogenannten „Schtschedriwka“. Malanka ist kein christlich-orthodoxes Fest, sondern geht auf vorchristliche Traditionen zurück: Gefeiert wird das baldige Ende des Winters, der bevorstehende Frühling und die Vertreibung böser Geister. Namenspatronin ist die heilige Melanie. 

 

14./15. Januar: Makar Sankranti und Pongal

 

In Indien ist der Januar der Monat der Zuckerrohrernte. Zwischen dem 14. und dem 15. Januar wechselt die Sonne auf die nördliche Laufbahn. Dieser Zeitabschnitt bringt nach hinduistischem Glauben besonderen Segen. Die Hindu feiern die Sonnwende mit dem Fest „Makar Sankranti“. An diesem Tag wird aus dem frisch geernteten Zuckerrohr und Sesamkörnern „Til Gud“, eine besondere Süßigkeit, hergestellt, die als Geste der Versöhnung an Nachbar*innen verschenkt wird. Der Beginn der Drachenflugsaison wird mit zahlreichen Wettkämpfen eingeläutet. Viele Gläubige pilgern zum Ganges, um in das heilige Wasser zu tauchen. 

Bei den Tamilenstämmen in Südindien wird zu dieser Zeit das Erntedankfest „Pongal“ gefeiert. Es ist eines der wichtigsten tamilischen Feste; die Feierlichkeiten dauern vier Tage.  Vor dem Fest werden Haus und Hof gründlich gereinigt, am ersten Feiertag als Zeichen des Neuanfangs alte Kleidungsstücke verbrannt. Auch die Tamil*innen beschenken zu Pongal traditionell ihre Nachbar*innen. Am zweiten Feiertag kommen Familien und Freunde zum  „Pongal“-Essen zusammen – das ist ein Reisgericht, das mit Milch und dem Sirup aus frisch geerntetem Palmzucker gekocht wird. Am dritten Tag danken die Tamil*innen den Kühen für ihre Dienste, manchmal messen sich die jungen Männer im Bullenreiten. Der vierte Feiertag gehört der Familie. 



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